Quitte

Beschreibung

Der Quittenbaum gehört zur Gattung des Kernobst und wird 3 bis 8 Meter hoch. Erst mit vier bis acht Jahren trägt er Früchte. Diese ähneln Äpfeln und Birnen, da sie sehr eng miteinander verwandt sind. Zwischen Mai und Juni erscheinen die weiß bis rosanen Blütenblätter.

 

PFLANZENKRANKHEITEN 

Obstbaumkrebs

Besonders in regenreichen Jahren vorkommend. Der pilzliche Erreger ruft an Trieben, Zweigen und Ästen der Kernobstarten, aber auch an Steinobst teils offene, teils geschlossene Krebswunden hervor.
Die Infektion erfolgt im Herbst an den Blattnarben, oder an feinen Holzverletzungen und konzentriert sich zunächst auf die Umgebung der betreffenden Augen, später verdorren die oberhalb der Infektionsstelle befindlichen Teile. Stauende Nässe im Boden vermeiden, eventuell für Drainage sorgen. Rindenverletzungen sofort mit einem Wundverschlussmittel versorgen.

Vorsorge: Großzügiges Entfernen und Verbrennen erkrankter Teile, Wunden bis ins gesunde Holz hinein sauber ausschneiden und wundbehandeln. Stark befallene Bäume roden. Bei gefährdeten Bäumen vorbeugende Spritzung mit Kupferpräparat bei Beginn und Ende des Laubfalles.

Zeitraum: bei Auftreten bzw. Beginn Laubbildung oder Laubfall.

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Bakterielle Schaderreger 

Bakterielle Schaderreger können über Verletzungen in die Pflanze gelangen und dort Krankheiten wie Fäulnis oder Flecken auslösen (z.B. Pseudomonaden). Eine bekannte bakterielle Erkrankung ist z.B. der Bakterienbrand in Steinobst (Marille, Zwetschke) oder auch der Feuerbrand.

Vorsorge: Zur Bekämpfung bakterieller Blattfleckenerreger stehen keine geeigneten Pflanzenschutzmittel zur Verfügung. Zur vorbeugenden Bekämpfung können Fungizide wie z.B. Kupferpräparate eingesetzt werden, welche einen zeitlich begrenzten Schutzfilm gegen Bakterien bilden.

Zeitraum: ganzjährig

Lösung: Vorbeugender Einsatz von Kupferpräparaten zur Befallsminderung

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Blattbräune

Diese durch einen Pilz hervorgerufene Krankheit kommt nur bei Quitten vor. Sie verursacht in feuchten Sommern zuerst auf den Blättern rundliche braun-rote Flecken, dann auch schwarze Flecken auf befallenem Obst. Sie sehen Birnen ähnlich, die von Birnenschorf betroffen sind. Der Pilz überwintert auf abgefallenen Blättern.

Vorsorge: Sofort alle befallenen Triebe anschneiden. Vor dem Winter gesamtes Falllaub entfernen. Eine Behandlung mit Fungizid ist besonders im Mai sinnvoll.

Zeitraum: Mai, Juni, Juli, August, September

Lösung: Vorbeugende bzw. sporenabtötende Spritzungen mit Kupferpräparat.

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Echter Mehltau

Von diesem Vertreter der Mehltau-Pilze werden hauptsächlich Quitte und Mispel befallen. Bei diesen Bäumen fängt der Pilz erst auf den Blättern zu wachsen an und überzieht diese mit einem weißen Überzug. An den Früchten macht sich der Befall durch verkorkte Stellen bemerkbar. Der Pilz überwintert in Knospen, die dann im nächsten Frühling schon von Anfang an einen mehlig weißen Überzug haben.

Vorsorge:

  • sofort alle befallenen Triebe anschneiden
  • vor dem Winter gesamtes Falllaub entfernen
  • eine Behandlung mit Fungizid ist möglich

Zeitraum: Sommermonate

Lösung: Rückschnitt, Winterspritzung in belaubtem Zustand mit zugelassenem Mehltaumittel (Netzschwefel Kwizda bei Echtem Apfelmehltau).

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Feuerbrand

Feuerbrand wird von Bakterien verursacht. Auch der Apfel , die Mispel und die Birne sind manchmal betroffen. Die Erreger überwintern in kranken Trieben, wo sich im Frühjahr Tropfen von weißlichem Bakterienschleim bilden. Insekten helfen bei der Verbreitung des Erregers. Im Frühjahr welken die Blätter und Blüten des Birnbaumes. Es kommt zu plötzlicher Verbräunung oder Schwarzfärbung. Infizierte Triebe erscheinen zuerst wasserdurchzogen und fahlgrün, verfärben sich innerhalb weniger Stunden und vertrocknen. Die Triebspitzen verkrümmen infolge des Wasserverlustes.Die Krankheit kann sich auch auf Äste und Stämme ausbreiten. Eine Übertragung kann außer durch Insekten auch durch unsaubere Schnittwerkzeuge verursacht werden.

 

Achtung! Hierbei handelt es sich um eine meldepflichtige Pflanzenkankheit. Eine sofortige Rodung des befallenen Bestandes ist notwendig um eine Vebreitung zu verhindern. Derzeit gibt es keine wirksame Behandlung.

Zeitraum: Sommermonate

Lösung: Derzeit sind im Haus- Kleingartenbereich keine Präparate zur Bekämpfung zugelassen.

 

Monilia-Krankheit

Die Monilia-Krankheit wird von zwei verschiedenen Pilzen hervorgerufen, die die Pflanze meistens zu zweit befallen. Neben Quitten sind auch Kirschen, Marillen, Mispeln und Zierbäume (Mandelbaum), selten auch Äpfel betroffen. Die Blüten beginnen zu welken. Jungfrüchte und Blätter verfärben sich braun. Der Pilz zerstört die Blüten und löst die Bildung von größeren und kleineren krebsartigen Wucherungen an Zweigen und Ästen aus. Der einsetzende Gummifluss verschließt die Gefäße, was zum Verdorren und Absterben der Triebspitzen führt. Der Pilz überwintert in ausgedorrten Blütenbüscheln oder mumifizierten Früchten.

Vorsorge: Vor der Blüte sollte man alle befallenen Triebe und Früchte abschneiden. Außerdem ist während der Fruchtreife darauf zu achten, dass es zu keinem zu dichten Behang kommt. Ist es während der Blüte besonders feucht,  sollte man chemisch gegen die Krankheit vorgehen. Infektionen mit der Fruchtmonilia erfolgen in der Regel erst in den letzten 3 Wochen vor der Ernte besonders während Schlechtwetterphasen.

Zeitraum: April, Mai, Juni

Lösung: Frühjahrsschnitt

 

Zweikeimblättrige Unkräuter 

Unter und zwischen Obstbäumen fühlen sich manche Unkrautarten besonders wohl. Viele Unkrautarten kommen auch mit z.B. feuchtem Kies, Rindenmulchauflagen oder sandigen Bedingungen zurande und benötigen nicht viel Nährstoffe. Auch bei Wassermangel sind die Unkräuter in der Regel viel schneller wieder da als z.B. Gräser – sofern sie von der Dürre überhaupt beeinträchtigt werden. Generell unterscheidet man bei zweikeimblättrigen Unkräutern zwischen ein- und mehrjährigen Unkrautpflanzen. Schwierigkeiten machen vor allem solche Unkräuter, die kriechend oder rosettenartig dicht auf dem Boden aufliegen und sich durch Wurzel- oder Sprossausläufer stark verbreiten (z. B. Kleearten, Gundelrebe, Hahnenfuß, Löwenzahn, Wegerich u.a.).

Häufigste Unkräuter: Gänseblümchen, Löwenzahn, Wegeriche, Kleearten, Ehrenpreis, Franzosenkraut, Knöteriche, Winden, Disteln u.v.a.

Vorsorge:  Unter Obstbäumen ist es bei Pflanzenschutzmaßnahmen enorm wichtig, darauf zu achten, dass in erster Linie nur die Grünteile der Unkräuter benetzt werden und so wenig Spritzbrühe wie möglich auf das Erdreich trifft. Auch wenn bodenunwirksame Präparate zum Einsatz kommen, gibt es auch bei Bäumen Vertreter von Flachwurzlern, wo ein Wurzelstrang auch mal an der Erdoberfläche hervortritt. Dieser darf dann keinesfalls behandelt werden. Daher und auch, um Windverfrachtungen auf die Bäume zu vermeiden ist hier der Gebrauch eines Spritzschirmes empfohlen bzw. bei manchen Mitteln sogar vorgeschrieben (Gebrauchsanweisung beachten!)

In der Unkrautbekämpfung werden in der Regel glyphosathältige Präparate zur Anwendung gebracht. Glyphosat ist ein nicht-selektives Blattherbizid mit systemischer Wirkung, das über grüne Pflanzenteile aufgenommen wird. Es wirkt somit nicht selektiv gegen einkeim- (Gräser) und zweikeimblättrige Unkräuter. Innerhalb der Pflanze wird Glyphosat systemisch verteilt. Glyphosat ist relativ immobil, wodurch auf den Boden gelangende Spritzbrühe dort gebunden wird und daher nur in sehr geringem Maße von Pflanzen aufgenommen werden kann. Eine Wirkung über den Boden ist also so gut wie nicht vorhanden, außer es liegen Wurzeln frei (siehe oben). Darum kann auch eine Aussaat oder Neupflanzung bald nach Ausbringen des Herbizids erfolgen.

Zeitraum: März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November

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TIERISCHE SCHÄDLINGE 

Apfelsägewespe

Als erstes erkennt man einen Schädlingsbefall an den Miniergängen bei jungen Früchten. Diese können schon im Mai auftreten. Im schlimmsten Fall sind die Früchte innen ausgefressen und mit Kot gefüllt. Die Larven, die einen markant schwarzen Kopf haben sondern einen stechenden Geruch aus. Befallene Früchte werden meist vom Baum abgestoßen. Der Schädling legt seine Eier auf die Früchte, von wo aus sich die Larven nach dem Schlüpfen ins Innere bohren und dort zu fressen beginnen. Die Verpuppung findet über den Winter im Boden statt.

Vorsorge: Weiße Leimtafeln ziehen die Tiere an und halten sie so vom Baum fern. Auch sollte man den Baum regelmäßig schütteln um den Abstoßungsprozess der befallenen Früchte zu beschleunigen. Wurde ein Befall festgestellt sollte man nach dem Abfallen der Blütenblätter eine gezielte Spritzung durchführen.

Zeitraum: Ende April bis Ende Mai/Anfang Juni

Lösung: Aufgrund eigener Erfahrung wird dieser Schädling bei einer Behandlung in den festgesetzten Anwendungsgebieten miterfasst.

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Knospenwickler

Auftreten: Verpuppung ab Mitte Mai (Grauer Knospenwickler) bzw. Ende Juni (Roter Knospenwickler).

Die im August schlüpfenden Schmetterlingsraupen fressen am Laub und zum Teil auch an den Früchten von Kernobst, Zwetschke, Marille sowie Beerenobststräuchern (Brombeere, Johannisbeere).

Überwinterung als Raupe unter Knospen-, Borkenschuppen oder Zweigachseln im Schutz einer Gespinsthülle.

Ende März bohren sie sich in die Knospen ein, die sie verspinnen und zerstören. Schadbild: Blüten- und Blattbüschel treiben nicht aus, sind etwas versponnen und darin eine Raupe.

Bei Fruchtbefall: Schadbefraß, der später vernarbt; auch Fruchtabfall möglich.

Vorsorge: Meist nicht notwendig. Knospenwickler werden bei der Behandlung gegen Schalenwickler und Frostspanner durch Vor- und Nachblütespritzungen zumeist miterfasst.

Zeitraum: März, April, Mai, Juni, Juli, August

Lösung: Aufgrund eigener Erfahrung wird dieser Schädling bei einer Behandlung in den festgesetzten Anwendungsgebieten miterfasst.

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Kleiner & großer Frostspanner

Man findet ihn ebenfalls auf Kirschen und der Hainbuche. Die Falter sind 5 - 6 mm lang, dunkelbraun oder gelbbraun gesprenkelt. Die Raupe ist hellgrün mit dunkelgrüner Rückenlinie. Die Puppe ist 7 - 8 mm lang und braun.Der Hauptschaden entsteht an Blättern, Blüten und Früchten. Manchmal werden auch schon geschlossene Knospen geschädigt. Die Früchte sind missgebildet, zeigen Vertiefungen oder fallen vorzeitig ab. Die Adulten sind von Mitte Oktober bis Mitte Januar aktiv. Die Eier werden in Vertiefungen der Rinde abgelegt. Der Raupenschlupf erfolgt vom Aufbrechen der Knospen bis zur Blütezeit. Die Raupen fressen dann bis Juni. Die ausgewachsenen Raupen verpuppen sich knapp unter der Bodenoberfläche.

Vorsorge: Als Prävention, dass die Eier nicht in der Baumkrone abgelegt werden, ist es ratsam, im Herbst einen Leimring um den Baumstamm zu legen. So können die weiblichen Falter (flugunfähig) nicht nach oben kriechen, um dort ihre Eier abzulegen. Bei einer Behandlung mit Insektiziden sollte man auf eine Umgebungstemperatur von ca. 15 Grad achten, damit die Raupen den Stoff auch gut aufnehmen.

Zeitraum: September, Oktober, Jänner, Februar, März, April, Mai

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Pflanzenkrankheiten
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